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Management

House of what? oder #houseofmanagement

Lesezeit: 4 Minuten

Würde man in einer öffentlichen Umfrage von n Personen versuchen zu erläutern, was sich hinter dem Begriff Management verbirgt, die Bedeutung dahinter und wozu wir Management einsetzen, so würde man n Meinungen erhalten. Diese n Meinungen würden eine sehr breite Streuung aufweisen – die Bandbreite wäre sehr groß. Dies ist ob der unklaren Definition und verschiedener Herleitungsversuche in Verbindung mit der angloamerikanischen Wortherkunft durchaus nachvollziehbar. Auszug von diversen Definitionen:

  • Management ist die Koordination der Aktivitäten in einem Unternehmen mit dem Zweck, vorgegebene Ziele zu erreichen.
  • Management von lateinisch manus „Hand“, lateinisch agere „führen“.
  • Management bezeichnet die Leitung eines Unternehmens.
  • Management bezeichnet eine Leitungsfunktion im Unternehmen oder in einer Organisation.

Umso notwendiger sind Modelle und Stoßrichtungen um den heute modernen Begriff greifbar und verständlich zu machen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Management im täglichen Sprachgebrauch zunimmt, in dem es mit Attributen versehen wird oder als Teil eines neuen Begriffes zu sehen ist, wie untenstehendes Diagramm zeigt.

Dargestellt werden die Anzahl an Suchtreffern der Suchmaschine google in Form einer Heatmap, d.h. umso mehr Suchtreffer gefunden wurden, umso größer die Fläche. Im Detail:

  • project management: 164.000.000
  • risk management: 81.100.000
  • resource management: 48.700.000
  • quality management: 35.600.000
  • change management: 32.700.000
  • program management: 19.900.000

Die Liste könnte hier noch beliebig erweitert werden.

Subsummiert man alle Management-Definitionen und versucht dabei auch die Abwandlungen wie Projekt Management, Change Management, Lean Management usw. in Einklang zu bringen, stellt man fest, dass

Management eine Handlung von Menschen (dem Manager/der Managerin) ist, in der sie mit definierten Methoden, strukturiert übergeordnete Ziele verfolgen.

Die übergeordneten Ziele können dabei jene sein, die das gesamte Unternehmen betreffen wie z.B.

  • Umsatz
  • Gewinn
  • Kundenzufriedenheitsquote
  • Marktanteil

oder auch nur Teile eines Unternehmens, wie z.B.

  • eines Projektes – Termin/Kosten/Qualität
  • einer Geschäftseinheit
  • einer Produktsparte
  • einer Region.

Ebenso können diese Ziele auch anders gelagerte, geführte und zweckorientierte Organisationen wie auch NGOs, NPOs oder auch Regierungsorganisationen betreffen.

Analysiert man die oben angeführte Definition, so sind es drei Dimensionen die das Management und all ihre Derivate ausmachen:

  • Menschen
  • Methoden
  • Ziele

Menschen

Bereits die Definitionen von Management in der Vergangenheit lassen darauf schließen, dass Menschen wesentlichen daran beteiligt sind. So geht man davon aus, dass die etymologische Wurzel von Management die lateinischen Wörter manus und agere sind und damit dem Begriff Management die Bedeutung „jemanden an der Hand führen“ zugeschrieben werden kann. In der Forschung ist man sich jedoch einig, dass unabhängig von einer lateinischen oder auch eventuell italienischeren Herkunft eine Person Handlungen vollbringt. Damit steht auch hier wieder die Person – der Mensch – im Mittelpunkt. Heute spricht man von Managern die über ausgeprägte Managementkompetenz verfügen müssen. Ausbildungen mit Management im Ausbildungsprogramm/-fokus boomen, allen voran die klassische MBA-Ausbildung (Master of Business Administration). Allein in den USA hat sich die Zahl der MBA-Abschlüsse pro Jahr in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Zusätzlich dazu nehmen Ausbildungen in modernen Management Modellen wie z.B. Change Management, agiles Management uvm. zu.

Methoden

Methoden sind in der Management-Definition das Bindeglied zwischen den Menschen die sie ausführen und den Zielen, die es zu erreichen gilt. Dabei ist das Set an Methoden derart vielfältig, dass es heute schwierig ist, diese in ihrer Gesamtheit zu benennen. Unabhängig von den einzelnen Methoden können diese jedoch in zumindest drei Kategorien eingeteilt werden:

  1. Managementaufgaben
  2. Führungsaufgaben
  3. Management-Instrumente

Diese drei Kategorien subsummieren alle darunterliegenden Methoden von Planung über Controlling bis hin zum situativen Führungsstil, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

Spricht man in der Literatur oder auch in Ausbildungsprogrammen von Management-Kompetenz so sind es vorwiegend diese Methoden in diesen Kategorien, die gelehrt, verstanden und akzeptiert werden. Es sind jene Methoden, die in weiterer Folge es uns ermöglichen, die vorgegebenen Ziele zu erreichen.

Ziele

Sie gilt es zu erreichen – die Ziele die spezifisch, messbar und terminiert sind. Die Ziele die sich im unternehmerischen Kontext eines gewinnorientierten Unternehmens aus den klassischen Elementen ableiten lassen, wie z.B.

  • Umsatz
  • Gewinn / EBIT
  • Marktanteil

Diese klassischen operativen Ziele lassen sich in weiterer Folge in den meisten Unternehmen leicht in einzelne Geschäftsbereiche, Abteilungen, Teams uvm. unterteilen. Es entsteht damit ein hierarchisches Ziel-Modell indem jeder Beteiligte seine direkt übergeordneten Ziele kennt und in weiterer Folge den Einfluss seines Zieles auf das direkt übergeordnete Ziel.

Ein bekanntes Ziel-Modell dahinter ist das Modell der Balanced-Scorecard von Norton und Kaplan, die die Ziele in vier Perspektiven unterteilt haben:

  • Finanzperspektive (Umsatz, Gewinn, Kosten, …)
  • Kundenperspektive (Image, Kundenbeziehungen, Produkt- und Dienstleistungseigenschaften, …)
  • Interne Prozessperspektive (Prozessqualität, Prozessdurchlaufzeit, …)
  • Mitarbeiter-, Lern- und Wachstumsperspektive (Fluktuation, Schulungstage, …)

Neben diesen klassischen operativen Zielen gilt es noch strategische Ziele basierend auf einer Vision und Strategie zu erreichen. Teils identisch und teils davon abgeändert sind die Ziele von Nicht-Unternehmens-Organisationen wie Regierungsorganisationen, NGOs, NPOs uvm. So haben NGOs wie Tierschutzorganisationen, Menschenrechtsorganisationen, Organisationen zur Entwicklungshilfe andere Ziele als Unternehmen im klassischen Sinn.

House of Management

Versucht man nun die Komplexität aufgrund der Vielfalt an Themen und Dimensionen des Management-Begriffs in ein ganzheitliches Modell zu fassen, so wird deutlich, dass nur das Modell von einem Haus all die Herausforderungen des Managements umfassend darstellen kann.

So wurde deutlich, dass der Mensch – der Manager – das Fundament für alles Weitere im Management ist. Ohne diese Person ist Management per Definition nicht möglich. Das Dach eines Hauses stellen die Ergebnisse dar, die es zu erreichen gilt und die Säulen, die das Haus und das Dach tragen, stellen die Methoden des Managements dar.

House of Management ist ein Modell, welches heute wie auch in Zukunft Bestand hat, da es in seiner Grundstruktur sehr generisch ist:

  • Manager – der Mensch
  • Managementaufgaben
  • Führungsaufgaben
  • Instrumente und Tools
  • Ergebnisse

Eine Dynamik in den einzelnen Elementen im Modell ist in Zukunft vorwiegend in den Instrumenten und Tools zu erwarten. So ergeben sich aufgrund aktueller globaler Trends wie z.B.

  • Digitalisierung
  • Generation X/Y/Z
  • Globalisierung
  • Demographie

Auswirkungen auf das Management, die zum Einen den Manager fordern werden aber auch

  • veränderte Führungsinstrumente und -aufgaben sowie
  • adaptierte und teilweise neue Instrumente und Tools

erfordern um die neuen Ergebnisse zu erreichen.

Die Anwendung des Modells ist unabhängig von

  • Typus der Organisation (Unternehmen, Regierungsorganisationen, NGOs, NPOs, ..)
  • Der Hierarchie-Ebene in der Organisation
  • Der Führungsspanne oder -verantwortung

Der Unterschied liegt dabei lediglich in der angepassten Auslegung des vorliegenden Modells.

House of what? oder #houseofmanagement
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