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Leadership Operational Excellence?!

Lesezeit: 4 Minuten

Leadership Operational Excellence – LOE
Ist das möglich und wenn ja wie?

Kommt man zum Ersten Mal in Kontakt mit dem Begriff Leadership Operational Excellence, so versucht man diesen instinktiv in seine Bestandteile zu zerlegen. Leadership ist in seiner Bedeutung noch klar – ist es doch einfach nur der englische Ausdruck für Mitarbeiterführung. Dass Excellence gleichzusetzen ist mit dem deutschen Ausdruck ist ebenso klar. Operational wird jedoch schon deutlich schwieriger, wenn man nicht Erfahrung im Produktionsumfeld bzw. in klassischen Wertschöpfungsprozessen hat. Schließlich bedeutet Operations im Unternehmenskontext alle Prozesse die zur Leistungserstellung notwendig sind, unabhängig vom jeweiligen Geschäftsmodell. Vom Betrieb in einem Hotel, über die Arbeit eines Call-Centers, der Verkauf in einem Kaufhaus, dem Betrieb einer Spedition bis hin zu einem Produktionsbetrieb.
Gerade aus dem Produktionsumfeld hat sich jedoch in der Vergangenheit die sog. “Operational Excellence” entwickelt. Begriffsdefinitionen und -erklärungen gibt es dazu viele, aber die gängigste und meiner Meinung treffendste ist: Kontinuierliche und dynamische Optimierung sämtlicher Prozesse und Systeme entlang der Wertschöpfungskette unter dem Gesichtspunkt der Effizienz durch eine Fokussierung auf die Anforderungen der Kunden und einer Ursachen- statt Symptombehebung
Diese Definition schließt damit alle Prozesse im Unternehmen ein, die für den Kunden relevant sind. Der Weg zur Operational Excellence ist dabei jedoch kein einfacher und keine Methode, die man einmalig einsetzt. Vielmehr braucht es dazu zwei wesentlichen Komponenten:

  1. Philosophie und Kultur: Operational Excellence ist viel mehr eine Philosophie als ein einmaliges Projekt, welches neben zahlreichen anderen strategischen Projekten von Einzelpersonen umgesetzt wird. Es ist eine Einstellung, zu der man sich in allen Führungsebenen committed. Die Zustimmung zu dieser Philosophie sorgt automatisch für das Einleiten einer dementsprechenden Kultur, die jedoch die Voraussetzung für Operational Excellence ist. Eine Kultur in der systematische Analysen in Kombination mit kontinuierlichen Verbesserungen das Streben nach Perfektion unterstützt und forciert.
  2. Integriertes Managementsystem und Methoden: Operational Excellence ist ein systematischer Zugang, der auf viele Methoden, Untersuchungen, Ableitungen und deterministischem Verhalten beruht. Der Zufall wird Stück für Stück ausgeschalten, Risiken reduziert und die wertschöpfenden Prozesse kontinuierlich verbessert. Das Set an Methoden reicht dabei von Lean Management über Six Sigma bis hin zu EFQM. Ziele werden formuliert und mittels Analysen und KPIs die Zielerreichung verfolgt. All das eingebettet in einem Integrierten Managementsystem (IMS), welches Nachhaltigkeit als eines der obersten Prinzipien führt.

Sucht man die Verbindung zu Leadership – Führung – so wird man zu Beginn entgegnen, dass Führung kein mechanistisches System ist, dessen Ergebnis überwiegend vorhersehbar und in Prozenten in Form von KPIs auszudrücken ist. Führung ist zwar, nüchtern formuliert, ein Prozess zur gemeinsamen Zielerreichung, eingebettet in einem sozio-technischen System, aber die Methoden dahinter sind vielfältig und vor allem eines – vollständig von Menschen abhängig. Öffnet man die Frage nach der Excellence in der Führung lässt dies den Schluss zu, dass es Unterschiede in der Qualität von Führung gibt. Dass diese vorhanden sind, haben zahlreiche Studien in den letzten Jahren ergeben, in denen man die Auswirkungen von Führung auf typische KPIs wie Krankenstandstage untersucht hat. Wenn es diese Unterschiede in der Qualität gibt und offenbar auch “bad-leadership” praktizier wird, dann kann am oberen Ende der Skala auch die Exzellenz stehen. Ergebnis einer Operational Excellence sind in allen Fällen exzellente Prozesse mit herausragenden Ergebnissen. Ergebnissen, die in absoluten Zahlen auszudrücken sind. Wie sehen exzellente Ergebnisse in der Führung aus? Kann man auch in der Führung die Exzellenz in Form von Zahlen ausdrücken?
Folgende Statements geben eine erste grobe Orientierung, ein Auszug, in Bezug auf exzellente Führung:

  • Aktives gestalten einer Arbeitskultur, in der Zusammenarbeit gefördert wird
  • Schaffung und Leben von Werten die das Miteinander definieren aber auch Orientierung für neue Teammitglieder geben
  • Aktive Kommunikation in allen Richtungen
  • Innovation wird gefördert
  • Erkennen und schätzen der unterschiedlichen Generationen (Generation X, Y, Z usw.)
  • Alle ziehen an einem Strang und verfolgen damit dieselben Ziele
  • Als Führungskraft agiert man als Vorbild, ist positiv, integer und selbstreflektiert.

Versucht man nun Leadership mit Operational Excellence zu kombinieren, so scheint dies nach den oben angeführten Definitionen, Komponenten, Vorgehen und Beschreibungen durchaus möglich und sinnvoll zu sein. Wendet man dabei die erste Komponente des Operational Excellence – Philosophie – auf Führung an, so landet man direkt bei der Kultur. Jener Bereich, der zum Teil das gesamte Unternehmen betrifft und damit von allen Führungskräften inkl. Top-Management, geformt wird. Aber auch jener Teil, in der sich sog. Subkulturen in einzelnen Teams bilden, deren Ableitung von der Unternehmenskultur, die von den jeweiligen Führungskräften verantwortet werden.

Die Komponente der Methoden der Operational Excellence steht einerseits für eine direkte Anwendung von Methoden in der Führung aber auch das ständige Durchleuchten von Führungsprozessen und deren kontinuierlichen Verbesserung.
In der Trickkiste der Methoden landen Ansätze von Lean Management, KVP und EFQM um nur einige zu nennen, die nahezu ohne Veränderung in die Führung übertragen werden können. Die Umgebung in der Operational Excellence, das IMS – Integrierte Management-System – kann ebenso für die Führung geschaffen werden. Ein System, in dem die Methoden und Führungswerkzeuge zielgerichtet eingesetzt werden und die Umsetzung dahinter regelmäßig reflektiert wird. Ergebnisse mittels KPIs messen die Führungsleistung und spiegeln damit eine wirksame Führung wieder.

Fazit: Für Leadership Operational Excellence kann man einige Ansätze aus dem klassischen Operational Excellence übernehmen. Vorsicht ist jedoch geboten bei der direkten Übernahme von Methoden, da diese überwiegend auf die deterministische Umgebung in den Wertschöpfungsprozessen zugeschnitten sind, in der Führung jedoch Menschen mit Menschen arbeiten. Dennoch kann sich die Führung verbessern, in dem man
a) Exzellenz für sich und sein Team/Unternehmen definiert
b) Methoden anwendet und eine Umgebung schafft, in der Exzellenz möglich wird.

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