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Persönlichkeit

Selbstmotivation – Hintergründe und Strategien

Lesezeit: 6 Minuten

Die Bedeutung von Motivation ist heutzutage im Allgemeinen bekannt. Es ist bekannt, dass dies die Beweggründe (Motive) sind die zu Handlungen führen.

Es ist das Streben nach Zielen. Viele Bücher wurden dazu in der Vergangenheit verfasst, zahlreiche Forschungen durchgeführt. Motivationspyramiden wurden aufgestellt. Motivationspyramiden die darstellen, dass es neben den Grundbedürfnissen wie Essen, Trinken, Schlafen und Bedürfnisse rund um Sicherheit, Soziales bis hin zur Selbstverwirklichung gibt und Menschen danach streben. Reißerische Headlines in Zeitungen zum Thema innere Kündigung von Mitarbeitern suggerieren, dass die Motivation von Mitarbeitern nachlässt.

Regelmäßig werden dazu jährlich Umfragen erstellt und diverse Gründe ermittelt. Im Rahmen einer letzten Deutschland-weiten Umfrage kam die Initiative Gesundheit und Arbeit zu dem Ergebnis, dass rund 23% der MitarbeiterInnen nur noch das nötigste im Arbeitskontext erledigen. Erst die Betrachtung nach dem Alter der Personen zeigt, wie dramatisch die Situation vor allem bei den jungen Mitarbeitern ist.

Diagramm Motivation
Diagramm Motivation

Motivation und Mitarbeiterführung

Motivation wird damit sehr oft mit Mitarbeiterführung verbunden. In der Tat ist es in dieser Betrachtungsweise ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Aspekt. Bekannt ist dabei mittlerweile auch, dass man niemanden motivieren kann. Man kann lediglich eine Umgebung schaffen, in der Mitarbeiter motiviert sind. Gerne wird an der Stelle auf die extrinsische Motivation als Gegenspieler zur intrinsischen Motivation verwiesen. Als extrinsisch (von außen) gelten Gehaltserhöhung, Prämien, ein besseres Smartphone uvm. Unter intrinsisch (von innen) verstehen wir den Sinn in einer Arbeit. Längst wissen wir, dass die intrinsische Motivation ausgeprägter und länger anhält, als die extrinsische. Kurz: das “warum ich etwas tue” ist wichtiger als eine einmalige Prämie.      

Motivation und die Treiber

Vergessen wird in diesem Zusammenhang oft die eigene Motivation als Führungskraft und Manager. Damit die Selbstmotivation. Doch zuvor gilt es zu untersuchen, welche Elemente einen Menschen antreiben. Die Treiber, warum wir mitunter morgens aufstehen, warum wir zur Arbeit gehen und dort auch manchmal mehr als leisten als notwendig (Teil der oben angeführten 77% und damit nicht so wenig). Klar ist heute nach dem aktuellen Stand der Forschung, dass es nicht einen einzelnen Treiber gibt, der für alles verantwortlich ist. Der Treiber, der jede Handlung initiiert. Damit auch der Treiber, der – wenn wir ihn nur steigern würden – automatisch zu einer höheren Motivation führt. Die Ergebnisse der Forschung sind deutlich vielschichtiger und komplexer. Es ist von unterschiedlichen Treibern – Motiven – die Rede die zu einem Verhalten führen. Auf das tägliche Leben vereinfachter Blick auf die Beispiele zeigt, dass

  • Vergnügen
  • Macht
  • Freiheit
  • Autonomie
  • Frieden
  • Liebe
  • Freude
  • Bedeutung
  • Bequemlichkeit
  • Respekt
  • Sinn
  • Anerkennung
  • Kontrolle
  • Erfolg

nur einige wenige Motive für Entscheidungen und die darauffolgenden Handlungen sind. Sie lassen sich aber im täglichen Leben einfach erklären und übersetzen.

  • Der Teenager der öfters später als erlaubt nach Hause kommt, strebt nach Freiheit.
  • Der Partner der laufend das Mobiltelefon des Partners überwacht, strebt nach Kontrolle.
  • Der Mann, der regelmäßig Sport treibt, hat Freude daran.
  • Der Mitarbeiter der immer länger im Unternehmen bleibt und die sog. Extra-Meile geht, strebt nach Erfolg.

Demnach ist jeder Mensch in irgendeiner Form motiviert, auch man selbst. Gibt es nun zahlreiche Varianten der Unterscheidung nach Motiven, muss man auch noch den Zusammenhang mit dem Unternehmen klären. Ist man im privaten Umfeld sehr stark von sich selbst und eventuell noch von seinem direkten familiären Umfeld und Freundeskreis abhängig, ist es im Unternehmen anders. Man ist abhängig vom beruflichen Umfeld, das Unternehmen, die Branche, das Team, die Unternehmenskultur, die Führungskraft usw. All diese Parameter, und noch viele darüber hinaus, haben Einfluss auf die eigene Motivation. Selbstmotivation kommt nun im Kontext des Managers eine besondere Bedeutung zu. Betrachtet man die vorhin angeführte Studie, wonach gefragt wurde, ob man nur noch das nötigste im Job verrichtet, so antworteten im Schnitt über alle Altersgruppen und Geschlechter 23% mit „Ja“. Es lässt damit den Rückschluss zu, dass diese 23% keine sonderlich hohe Selbstmotivation im Job mitbringen. Anders  betrachtet, haben diese Mitarbeiter kein motivierendes Umfeld vorgefunden. Ein Umfeld, welches überwiegend von der zuständigen Führungskraft gestaltet wird. Ein Umfeld, dass es Mitarbeitern ermöglicht, hieraus Freude zu schöpfen, Erfolg möglich ist und die Arbeit Sinn stiftet, um nur einige mögliche Motive zu nennen. Selbstmotivation kommt damit als Manager, Führungskraft und Unternehmensleiter eine vielseitige Funktion zu:

  • Die Sicht auf sich selbst als Mensch
  • Die Sicht auf sich als Vorbildfunktion
  • Die Sicht auf seinen Verantwortungsbereich in Kombination mit dem Gestaltungsspielraum

Manager und Motivation – verschiedene Sichten

Zum ersten ist es die eigene menschliche Sicht. Die Sicht auf sich selbst. Jene Sicht in der man eigene Motive hat, seine Möglichkeiten nutzt um Handlungen umzusetzen und damit seine Motive zu befriedigen. Jene Sicht, in der man oben angeführte Liste der Motive immer wieder reflektiert und selbstständig Maßnahmen zur Erhöhung der Motivation findet und einleitet. Jene Sicht, in der man dann auch selbst – aufgrund seiner Position – die Maßnahmen auch erfolgreich umsetzt, da man selbst sein Umfeld bis zu einem gewissen Maß gestalten kann. Im beruflichen Umfeld als Manager ist man meist für einen Verantwortungsbereich zuständig. Dies entweder dauerhaft in einer Linienfunktion (Teamleiter, Abteilungsleiter, Geschäftsbereichsleiter, …) oder temporär als Projektmanager, Changemanager usw. Die Gemeinsamkeit liegt darin, dass man dauerhaft oder temporär jene Person ist, der man folgt. Jene Person, zu der man aufsieht – die quasi “Follower” hat. Man ist jene Person, für die man als Teammitglied die Aufgaben erledigt, und mit der man gemeinsam Ziele erreicht. Man hat damit eine Vorbildfunktion. Mit diesem Blickwinkel wird relativ rasch deutlich, dass vor allem das Vorbild ein hohes Maß an Selbstmotivation mitbringen muss. Wie würde man sich fühlen, und in weiterer Folge auf Dauer handeln, wenn man offensichtlich erkennt, dass der zuständige Teamleiter, Projektmanager oder dergleichen eine sehr niedrige Motivation hat. Eine niedrige Motivation die sich darin manifestiert, dass er den viel zitierten Dienst nach Vorschrift leistet. Dazu sichtlich keine Freude am Tun hat und vermittelt, dass die Aufgabe keinen Sinn hat. Was würde dies in einem auslösen? Was würde dies bei Ihnen auslösen? Daraus ergibt sich die dritte Sicht auf den Verantwortungsbereich in Kombination mit dem Gestaltungsspielraum, den man als Manager hat. Im Kern geht es um die Schaffung eines Umfeldes, in dem jene Mitarbeiter die in meinem Verantwortungsbereich – ob dauerhaft in der Linie oder temporär im Projekt – ein Umfeld vorfinden, in dem man gerne arbeitet und sich damit die Motivation eines jeden einzelnen entfalten kann. Selbstmotivation ist damit vor allem für einen Manager nicht nur ein wichtiges Instrument, sondern vor allem eine kritisch zu betrachtende Ressource. Ist die nicht vorhanden, wirkt sich dies negativ auf das eigene Team aus. Im schlimmsten Fall, wirkt sich dies auf das ganze Unternehmen aus. Man ist ein Multiplikaor.      

Strategien zur Verbesserung der Selbstmotivation

Selbstmotivation zu erhöhen, auch wenn diese nicht klar messbar ist, wird im englischen gerne mit Self-Leadership übersetzt – sich selbst zu führen. Dabei selbst eine Reflektionsfähigkeit besitzen, – um die Treiber zu erkennen, – die Defizite zu bezeichnen und – Strategien zur Verbesserung einzuleiten.  

Mögliche Strategien:

Erfolgserlebnisse. Die Aufgabe von Managern ist, Ergebnisse zu erzielen. Dabei meist klar quantifizierbare Ergebnisse wie Umsatz, Gewinn oder auch weniger klar messbare Ergebnisse wie Kundenzufriedenheit. Wurden die Ergebnisse erreicht, kann das für den Manager einer wichtigsten Motoren zur Erhöhung der Selbstmotivation sein.  

Positiv. Eng mit der Selbstmotivation verbunden ist die Fähigkeit positiv zu denken. Baut man diese Fähigkeit aus, erhöht man automatisch die Selbstmotivation.  

Bewusste Steuerung des Tages – Selbstmanagement. Tipps wie Pausen, Morgenrituale, produktive Zeiten usw. sind gut. Diese Tipps sind soweit auch meist bekannt. Die Herausforderung besteht eher darin, diese auch auszuführen. Dabei hilft vor allem, wenn man seinen Tag bzw. seine Woche bereits im Vorfeld strukturiert. Machen Sie sich dazu einen Tages- und Wochenplan.  

Coaching. Um seine Reflektionsfähigkeit auszubauen, Auswirkungen von vorhergegangenen Strategien zur Verbesserung der Selbstmotivation zu erkennen und wenn möglich weitere Handlungsfelder zu entdecken, ist ein begleitendes Coaching eine ausgezeichnete Methode. Darin wird zu Beginn ein Ziel, z.B. Handlungsfelder der Selbstmotivation erkennen, gemeinsam mit dem Coach festgelegt. Im Rahmen von regelmäßigen Terminen, z.B. monatlich, wird gemeinsam an diesem Ziel gearbeitet. Gemeinsam werden Methoden entwickelt um den Weg dahin zu gestalten. Eine Methode kann das tägliche Review am Ende des Tages sein. Darin werden positive als auch negative Momente erneut auf deren Auswirkung auf die Motivation und Ergebnisse überprüft. Durch diese Zerteilung auf Tage erhält man über einen längeren Zeitraum hinweg ein sehr klares Ergebnis der Selbstreflektion. Damit auch eine Grundstein zur Erhöhung der Selbstmotivation.  

Belohnung und Spaß. Belohnen Sie sich auch mal und machen Sie auch Dinge, die Ihnen Spaß machen!  

Fazit

Ergebnis all dieser Methoden und Möglichkeiten, die selbstverständlich nur einen Auszug von vielen Möglichkeiten darstellen, ist eine höhere Selbstmotivation. Damit einhergehend in den meisten Fällen auch eine gestiegene sog. Selbstwirksamkeit – eine Wechselwirkung zwischen Selbstmotivation und Selbstwirksamkeit. Während die Selbstmotivation auf die Motive warum wir etwas tun zurück geht, geht die Selbstwirksamkeit davon aus, dass man Handlung nur dann beginnt, wenn auch davon überzeugt ist, diese mit eigener Kraft bewältigen zu können. Selbstwirksamkeit bezieht sich also auf die Überzeugung, dass man fähig ist, Handlung umzusetzen wie etwas zu erlernen, eine Aufgabe zu erfüllen usw. Die Überzeugung bildet sich hier vor allem durch Erfolgserlebnissen. Weiters aber auch der Beobachtung von erfolgreichen Personen, sowie der eigenen Interpretation von Emotionen und Empfindungen – der Selbstreflektion. Selbstmotivation ist damit eine große Kraft in uns an der wir allerdings arbeiten können.

Selbstmotivation – Hintergründe und Strategien
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