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Sicher und souverän auftreten – 5 Tipps für mehr Erfolg

Lesezeit: 6 Minuten

Der erste Eindruck entscheidet und dies erfolgt in relativ kurzer Zeit. Rund eine zehntel Sekunde dauert es, bis sich ein Gegenüber mit unserem Auftreten einen ersten Eindruck von uns verschafft hat. Umgekehrt verschaffen auch wir uns innerhalb dieser kurzen Zeitspanne einen ersten Eindruck von unserem Gegenüber. Wir ordnen die so gewonnenen Informationen gewissen Erfahrungen zu und bilden uns so unsere Meinung. So verbinden wir womöglich mit einem Herren im Anzug einen erfolgreichen Mann. Ganz so einfach ist es jedoch nicht und das ist auch gut so.

Gut ist ebenso, dass nicht nur der erste Eindruck entscheidend ist, auch wenn er natürlich eine erste Indikation liefert, sondern auch die Zeit danach. In dieser Zeit lernt uns unser Gesprächspartner näher kennen. Durch unsere permanente Kommunikation geben wir Informationen von uns preis. Egal, ob wir in dem Moment etwas sagen oder nicht, wir kommunizieren verbal und nonverbal. So bildet man sich eine präzisere Meinung über uns. Diese Meinung ist uns meist sehr wichtig, entscheidet sie zum Beispiel, ob

  • wir in einem Bewerbungsgespräch eine Runde weiter kommen,
  • ein erstes Date wiederholt wird,
  • man erneut in das Restaurant geht,
  • man Vertrauen entwickeln kann oder nicht.

Die Aufzählung ließe sich noch schier endlos fortsetzen.

Positiv

Betrachtet man diesen Prozess der Meinungsbildung und vor allem das Ergebnis, stellen wir uns die Frage wie wir dies beeinflussen können. Wie können wir uns verhalten, damit wir mit hoher Wahrscheinlichkeit das Ergebnis – eine gute Meinung, eine gute Fremdwahrnehmung – erreichen? Wie können wir sicher auftreten, damit wir im Bewerbungsgespräch in die nächste Runde kommen?

Um dies zu ermöglichen, muss man die Treiber kennen, die einen selbstbewussten und souveränen Auftritt ermöglichen. Kennt man diese, gilt es, diese einzeln für sich selbst zu reflektieren. Dabei den eigenen Standort (wie bin ich heute) zu bestimmen und das Ziel (wie will ich sein) zu definieren. Der persönliche Umsetzungsplan rückt damit in greifbare Nähe. Folgende 5 Tipps werden Ihnen dabei helfen, Ihren Standort zu bestimmen und einen gezielteren Auftritt ermöglichen.

5 Tipps zum besseren Auftritt

1. Einstellung

Die persönliche Einstellung – die Grundhaltung – ist hier bewusst an erster Stelle. Sie bildet die Basis für viele weitere Punkte. Hat man als Beispiel eine negative Einstellung ist dies mitunter in der Körperhaltung erkennbar. Man wird mit leicht gebückter Haltung, Blick in Richtung Boden und zusammengezogenen Schultern auftreten. Eine Einstellung kann allerdings auch Situationsbezogen sein. Es gibt Situationen die wir mit einer negativen Einstellung begegnen. Als Beispiel bereiten wir uns auf ein Gespräch mit dem Chef vor und wissen, dass die Rückmeldung vom Chef nicht positiv sein wird.

Tipp: Im Idealfall arbeiten Sie an Ihrer Grundeinstellung, d.h. nicht nur auf eine Situation bezogen. Üben Sie sich dazu regelmäßig in Selbstreflexion indem Sie am Abend den Tag Revue passieren lassen. Halten Sie vor allem an den Erfolgen und den positiven Elementen des Tages fest. Starten Sie danach wieder positiv in den Tag, indem Sie sich auf den Tag vorbereiten. Auch ein kurzer Spaziergang am Morgen, Meditation oder eine kurze Sporteinheit lässt Sie gleich positiver in den Tag starten. Planen Sie über den Tag verteilt Pausen ein, um sich auch wieder Zeit für sich selbst zu nehmen.

2. Blickkontakt

Blickkontakt ist ein unglaublich mächtiges Instrument in der Gesprächsführung aber ein ebenso komplexes. Von

  • der Dauer des Blickkontakts,
  • kein Blickkontakt im falschen Moment,
  • wechselnder Blickkontakt

bis hin zu vielen weiteren Beispielen. Wissenschaftler haben nun in Studien sogar herausgefunden, dass nach 3,2 Sekunden dauerhaftem Blickkontakt, wir ein unangenehmes Gefühl empfinden.

Will man nun sicher und souverän auftreten, ist der Blickkontakt ein wesentliches Instrument.

Tipps: Suchen Sie aktiv Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber. Sind mehrere Menschen im Raum, so wechseln Sie den Blickkontakt. Achten Sie auf die Dauer des Blickkontaktes.

3. Körperhaltung

Körpersprache – die nonverbale Kommunikation – besteht zu einem großen Teil aus der Körperhaltung. Jene Haltung im Stehen, im Sitzen und im Gehen. Bereits in unserer Kindheit – ob zu Hause und/oder in der Schule – hieß es, dass man stets „gerade sitzen“ soll. Es zeigt, dass die Körperhaltung ein wichtiges Element ist und bereits Teil der Erziehung ist. Als Erwachsene wissen wir nun, dass ein aufrechter Gang ein Zeichen von Würde, Anmut, Stolz, Selbstvertrauen und Erfolg ist.

Tipps: Als „Schweizer Messer“ in der Körperhaltung gilt nach wie vor, das Credo „Schultern zurück, Brust raus, Bauch rein und Rücken gerade“. Damit hat man bereits einiges in der Wirkung auf andere erreicht. Wer nicht abschätzen kann, ob er aufrecht steht, der stellt sich mit dem Rücken einfach an eine Wand und versucht möglichst kein Hohlkreuz zu machen. Bitte jedoch nicht übertreiben – man wirkt schnell steif!

4. Nonverbale Signale

Man kann nicht nicht kommunizieren. Dieser bekannte Spruch vom österreichisch-amerikanischen Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick deutet bereits darauf hin, dass man ständig kommuniziert. Hat man buchstäblich gerade nichts zu sagen, so kommuniziert man dennoch mit seinem ganzen Körper. Untersucht man die Kommunikation (verbal und nonverbal) auf Ihre Wirkung, so entfällt rund 55% auf die Gestik und Mimik, 26% auf die Stimme und nur 19% auf den Inhalt. Nonverbale Kommunikation nimmt damit einen sehr hohen Stellenwert in Ihrem Auftritt ein.

Ein Teil davon nimmt die Körperhaltung (siehe oben) ein, aber auch andere Elemente werden zur nonverbalen Kommunikation verwendet. Denken Sie an die bereits angesprochene Gestik und Mimik oder auch an rhythmische und hastige Bewegungen mit den Beinen im Sitzen. Denken Sie an die Haltung Ihres Kopfes in einem Gespräch. Die Wissenschaftler teilen dabei die nonverbale Kommunikation in

  • unbewusste
  • teilbewusste
  • bewusste

Kommunikation ein. Die unbewusste Kommunikation kann von uns nicht gesteuert werden und wird beim Gegenüber auch unbewusst aufgenommen. Es handelt sich dabei vor allem um Mikro-Ausdrücke. Solche Mikro-Ausdrücke z.B. in der Mimik, dauern nur einen Bruchteil einer Sekunde. Teilbewusste Kommunikation kann ebenso nicht bewusst gesteuert werden, werden aber von einem Selbst aber auch vom Gegenüber wahrgenommen. Dazu zählen z.B. Schweißbildung, Erröten oder auch ein erhöhter Puls. Erst die bewusste Kommunikation kann durch uns auch bewusst gesteuert werden.

Tipps: Üben Sie sich in der Beherrschung Ihrer Mimik, denn unser Gesicht sagt manchmal mehr aus als uns lieb ist. Üben Sie sich dazu auch im Lächeln, denn es bewirkt in vielen Situationen wahre Wunder. So wird Ihr Chef nicht sofort erkennen, wie genervt Sie über die neue Aufgabe sind, wenn Sie lächeln. Um Ihren Puls nicht unnötig in die Höhe zu treiben, versuchen Sie vor schwierigen Gesprächssituationen diese bereits durchzudenken. Bereiten Sie sich mental darauf vor. Welche Argumente haben Sie? Welche Argumente könnten vom Gesprächspartner kommen? Wie würden Sie darauf reagieren? Vorbereitung schafft an dieser Stelle Ruhe und Gelassenheit und reduziert die Wahrscheinlichkeit auf Schweißbildung oder erhöhten Puls.

5. Sprache und Stimme

26% der Kommunikation entfallen auf die Stimme – immer noch eine Menge, weswegen es einen eigenen Punkt in unserer Liste der Tipps erhält. Gerade unsere Stimme ist ein sehr mächtiges Instrument, dass uns manchmal Gehör verleiht oder aber auch darüber entscheidet, ob wir überhört werden. Damit bereits der erste wesentliche Punkt in der Stimme – die Lautstärke. Auch die Höhe und Anspannung der Stimme beeinflusst unsere Wirkung. So wirkt eine entspannte und tiefe Stimme gelassen und strahlt Kompetenz aus. Unser Gegenüber wird dies bemerken. Auch Pausen strahlen Ruhe aus.

Tipps: Um eine zu leise Stimme zu verbessern hilft meistens bereits die inhaltliche Vorbereitung auf das, was man sagen möchte. Diese mentale Vorgehensweise verleiht uns Kraft und macht sich dementsprechend auch in der Stimme bemerkbar. Passen Sie Ihre Sprache (Wortwahl, technische Ausdrücke, Emotionen, Dialekt) weitestgehend an die Sprache des Publikums bzw. des Gesprächspartners an. Achten Sie auf Ihre Betonung in der Stimme, denn nichts ist langweiliger als eine monotone Stimme. Viel hilft viel, gilt gerade in der Sprache und Stimme nicht. Zu viel lässt Sie schnell als Schauspieler wirken und Sie verlieren Ihre Authentizität.

Fazit

Ein sicheres und souveränes Auftreten unterstützt uns, unsere Ziele zu erreichen, wirkt sich positiv auf unser Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Selbstmarketing aus. Umso wichtiger ist es, dieses Auftreten zu Üben.

Eine Veränderung am persönlichen Verhalten ist immer schwierig und nie von heute auf morgen möglich. Umso wichtiger ist es, sich einen persönlichen Umsetzungsplan zurecht zu legen. Versuchen Sie dazu bei bestimmten Situationen, genau diese 5 Tipps vorab durchzugehen und sich vor allem mental darauf vorzubereiten. Bitte Sie einen Freund in einer der zukünftigen Situationen die Beobachter-Rolle einzunehmen. Ihr Freund wird Ihnen danach Feedback geben, wie er die Situation empfunden hat und vor allem, wie authentisch Sie waren.

Möchte Sie mehr Inhalte oder streben eine intensivere Verbesserung an, gibt es zahlreiche Seminare zum Thema sicheres Auftreten. Auch Coaching kann durch einen längeren Prozess helfen, ihren Auftritt zu perfektionieren.

Sicher und souverän auftreten – 5 Tipps für mehr Erfolg
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